FeedPolyxena
GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Polyxena, Eine Tochter des Priamus und der Hecubæ, von sonderlicher Schönheit, welche der Pytthus, des Achillis Sohn, bey ihres Vaters Grab ermordet und umgebracht, denn als Achilles, der damahls Troja belagerte, diese schöne Polyxenam von ohngefehr auf der Stadt-Mauer erblickte, hat er sich in selbige so vertieffet, daß er selbige zum Weibe begehrte; welches er auch von ihrem Vater, dem Priamus, erhielte, der in dem Tempel des Apollinis sie beyderseits ließ zusammen geben. Weil aber Paris, der sich hinter des Apollinis Götzen-Bild verstecket hatte, solches merckte, und selbst mit ansahe, schoß er den Achillem, ehe er sichs versahe, mit einem Pfeil todt. Nach diesem gieng Troja über, und gerieth also diese schöne Nymphe denen Feinden in die Hände. Inzwischen aber war Achillis todter Geist und Schatten einigen von den Fürnehmsten Griechen-Landes im Traum erschienen, welcher ihnen angedeutet hatte, daß sie ihm seine Polyxenam, über welcher er sein Leben verlohren, durch einen blutigen Streich in die unterirdische Welt solten nachschicken; Zu welcher mörderischen That sich Pyrthus gleich angab, und selbige auch verrichtet.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1508–1509Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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