Karpffen gesotten auf Lachs-Art, Reisset einen Karpffen von 3. biß 4. Pfund, wie die blau gesottenen, waschet solchen sauber aus, und besprenget ihn mit Eßig. Der Sud darzu muß also verfertiget werden: Giesset in einen Fischkessel Wasser ein Theil, und Eßig ein Theil, saltzet dieses, doch nicht so starck, als wenn man einen Karpffen àl’ordinair siedet, schneidet Zwiebelscheiben und Citronenschalen drein, leget Lorbeer-Blätter, Roßmarin und etwas gantze Würtze darzu, und setzet dieses zusammen auffs Feuer. Wenn es nun kochet, so thut den Karpffen hinein, stecket aber vorhero durch ein iedes Stück ein höltzernes Spießgen, lasset ihn sieden, doch nicht so jähling, als sonst einen Karpffen, werffet ein Bißgen Butter, etwan einer Haselnuß groß hinein, und gebet Acht, daß er nicht übersiedet, doch dürffet ihr ihn nicht so sehr einsieden lassen, als den ersten blau gesottenen. Hierauf setzet den Kessel vom Feuer, und mag der Karpffen entweder in der Brühe erkalten, oder aber gebet ihn gleich warm, in eine Serviette geschlagen, hin, darzu ihr, als bey einem Lachs, Aal oder Neunaugen Zitronen setzen müsset. Hierbey mercket, daß ihr diesen Karpffen in der Brühe, darinnen er gesotten worden, stehen lassen, und solchen wohl ein Viertel Jahr gut behalten, auch beym Anrichten scharffen Wein-Eßig darzu aufsetzen könnet.