Mäntelgen, oder, Mantel. Ist ein kleiner weiter, und um den Halß enge zusammen gezogener Mantel, der etwa biß an den Schos gehet, dessen sich das Frauenzimmer, so wohl im Hause, als auch auf die Gasse zu bedienen, und um sich zu schlagen pfleget. Man findet deren von Brocard, Estoff, Sammet, Damast, Atlas und andern seidenen Zeugen, Tuch, Cammelot, auch halbseidenen Zeugen, entweder mit Hermelin umstochen und aufgeschlagen, oder mit gold- oder silbernen Posementen, Agrementen, Spitzen, Tressen und Borten, auch öffters seidenen Band frisiret und eingefaßt. Die Mäntel waren schon im alten Testamente denen Weibesbildern gebräuchlich, wiewohl von andrer Form und Länge. Dergleichen Mantel trug Rebecca Genes. XXV, 55. die Thamar, Genes. XXXVIII, 18. 19. Hebers Weib Jud. IV, 15. die Ruth, Ruth. III, 15.