FeedHymen oder, Jungferschafft
AllerleiFrauenzimmer-Lexicon 1715

Hymen oder, Jungferschafft, Ist ein zartes Häutlein (weswegen es auch das Jungfer-Häutlein genennet wird) welches eine Enge ist, so den Weg zur Gebähr-Mutter verwahret. Ob solches Häutlein die Jungferschafft machet, oder ein unbetrügliches Zeichen einer reinen Jungfer sey, ist von denen Anatomicis noch nicht ausgemacht. Doch findet man von selbigen noch Fußtapffen in H. Schrifft Deut. XXII, 14. 15. 16. 17. Und zeuget von selbigen der im alten Testamente über die Jungfrauschafft angestellte Proceß, da nehmlich vor der Braut-unn Bräutigams-Kammer die Zeugen, so Weisen genennt wurden, warteten, welche, wenn Braut und Bräutigam von einander wieder waren, in das Schlaff-Gemach giengen, das Gewand, oder mit Blut benetzte Tuch beschaueten, und selbiges mit sich nahmen. Fagius in Paraph. Chald. Vid. Joh. Leon. L. III. Histor. African. c. 24.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 911–912Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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