Manto, oder, Mantua, Eine Tochter des Thebanischen Wahrsagers Tiresiæ, von gleicher Wissenschafft. Welche, als sie nach ihres Vaters Tode vor des Creontis und Thesei Wuth und Tyranney flohe, erstlich nach Asien kam, allwo sie des Apollinis Clarli Tempel erbauet; nach diesem ist sie nach Italien gegangen, allwo sie mit dem König Tyberino einen Sohn, Oenum benandt, gezeuget, welcher Oenus eine Stadt hernach gebauet, und selbige nach seiner Mutter Nahmen, Mantua, benennet. Sie soll etliche Weissagungen geschrieben haben, welche sie aus dem Eingeweide des Viehes abgemercket hat.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1206–1207Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0