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GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Mora, Margaritha. Eine gelehrte und mit einen rechten Heroischen Geiste begabte Tochter des unglückseligen Englischen Cantzlers, Thomæ Mori; Sie verstunde die Philsophie, machte einen schönen Vers, schrieb einen ziemlichen Periodum, redete neben ihrer Mutter-Sprache gut Griechisch und Lateinisch, und war in der Historie sehr bewandert. Als ihr Vater, auf Befehl Königs Henrici VIII. zu Londen enthauptet werden solte, tröstete sie ihn nicht nur mit sonderbahrer Standhafftigkeit und Großmuth, sondern blieb auch behertzt bey ihm biß an sein Ende. Nach dessen Tode soll sie sein Haupt nebst seinen Schrifften in Silber eingeschlossen bey sich behalten haben. Weßwegen sie auch ins Gefängniß geworffen, aber auch bald wieder heraus gelassen worden. Vid. Juncker. Centur. Illustr. fœm. pag. 134. La Galerie des femmes fortes par le Moyne. P. I. p. 86. Vid. Thom. Stapleton. in Vita Thom. Mori. It. Ludovic. Vivem l. 1. de Christiana fœmin. c. IV. fol. 195. & Hoffmann. Lexic. Universal. T. 1. p. 993.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1285Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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