Morata, Fulvia Olympia. Eine vortrefflich gelehrte Italiänerin, so zu Ferrara An. 1526. gebohren worden. Ihr Vater war Fulvius Peregrinus Moratus, ein Mantuaner und gleichfalls sehr gelehrter Mann; Sie heyrathete D. Andream Gründlern Medicum zu Schweinfurth, mit welchem sie viel Ungemach ausgestanden, biß sie sich nach dem Schwein furthischen Brandte erstlich gen Homburg, nachgehends aber nach Heydelberg begab, allwo er Professor Medicinæ worden. Diese Morata war ein rechter Ausbund der Gelehrsamkelt, daher ihr Thuanus, Libro XXIV. p. 497. Curio, de Educandis Liberis p. 61. 98. & 106. Cyraldus de Poet. nostr. tempor. l. II. Rittershusius Comment. in Vit. Birckhen. p. 3. Gualtherus Tom. II. Chronic. p. 1276. Fabricius in Memorabilib. p. 331. Kornmannus c. 24. d. Virgin. Stat. p. 57. Lotichius P. II. Bibliothec. Poet. p. 3. Scheurlius in Bibliograph. Moral. §. 176. Titius, im Exempel-Buche, p. 3. Morhoffius P. 1. Polyhist. c. 34. und andre berühmte Männer, mehr billig das Lob einer vortrefflich gelehrten Person zueignen. Sie machte einen netten Vers und verstunde neben der Philosophie die Griechische und Lateinische Sprache recht gründlich, sintemahl sie schon im 16. Jahre die Paradoxa Ciceronis zu Ferrara profitirte, und einen Commentarium über den Homerum machte. Ihre Griechischen, Lateinischen und Italiänischen Poesien wie auch Brieffe, so viel deren in dem Schweinfurthischen Brandt gerettet wurden, sind zu Basel von Oporino und Cælio Secundo Curione A. 1562. 1570. und 1580. in Octav. heraus gekommen und der Engelländischen Königin Elisabeth dediciret worden; Zu Basel und auch Heydelberg hat sie die Philosophie in Griechischer und Lateinischer Sprache mit grosser Verwunderung gelehret, ist auch zu Heydelberg A. 1555. den 26. Octobr in dem 29. Jahre ihres Alters gestorben. Sie ist von vielen nach ihrem Tode mit Panegyricis und Lob-Schrifften als Gilberto Cognato Nozareno, Theodoro Zwingero, Philippo à Marnix, Hieronymo Angenosio, Cælio Secundo Curione, Carolo Utenhofio, Chiliano Sinapio und Micyllo beehret worden. Guilielmus Rascalonus aber hat ihr das Epitaphinm zu Heydelberg, allwo sie begraben lieget, gesetzet.