Oenone, Eine Phrygische Nymphe, lag mit dem Paride in Liebe, als er aber die schöne Helenam erblickte, ließ er seine alte Geliebte fahren. Sie soll die Wahrsager-Kunst, Music und Medicin verstanden haben, und ihrem Paris, ehe er nach Griechenland geschifft, den gantzen Verlauff des Krieges-Feuers vorher propheceyet haben Diese Oenone, als sie wieder alles Vermuthen, ihres alten Liebhabers des Paridis Cörper zu Gesichte bekam, und an die vorigen Zeiten gedachte, ist gleich todt auf selbigen gefallen, und zugleich mit ihm eingescharret worden.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1353–1354Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0