Petersilie, oder Garten-Eppich, Petroselinum, Persil, ist ein Garten-Kraut, so nebst der Wurtzel öffters an denen Speisen genossen wird. Dieses Kraut recommendirten die alten Medici gar sehr denen Wassersüchtigen, es soll auch der verstopfften Leber, Miltz, Nieren, Blasen, und Harngängen dienlich seyn, und den Sand, Grieß und Stein abtreiben. Hingegen aber dessen überflüßiger Gebrauch, Augen-Beschwerungen, und die fallende Sucht, oder böse Kranckheit verursachen. Es soll auch dieses Kraut ad coitum dienlich seyn, daher Simon. Paul. in Classe III. p. 430. den alten Verß angeführet:
Petersely helpt de Mannen te paerdt, De Vrouen onder de Ærdt.
Wie in allen Dingen, also auch hier bey dem Gebrauch der Petersilie, ist das Sprichwort zu mercken: Mase ist zu allen Dingen gut. Sonst bleibt die Petersilie ein gut Küchen-Kraut, womit viel Speisen annehmlich gemacht werden, und brauchet man bey solchen Gerichten, daran Petersilie gekochet worden, nur die Helffte Saltzes weil die Petersilie selbst alles Essen saltzet. Es wird auch aus selbiger ein Wasser bereitet, welches in Catholischen Küchen statt der Fleisch-Brühe dienet, deren Verfertigung der Koch in nachfolgenden eröffnet.