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GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Phædra, Des Cretensischen Königs Minois und der Pasiphaës Tochter, des Theseus Eheweib, welche sich in ihren Stieff-Sohn, den Hippolytum verliebet; als sie aber von selbigen keine Gegen-Liebe erhalten konte, gab sie selbigen boßhaffter Weise bey ihrem Mann Theseus an, als hätte er sie mit Gewalt zum Beyschlaff zwingen wollen, weswegen der erzürnte Theseus so bald seinen Stieff-Sohn durch Hülffe und Beystand des Neptunus mit Pferden zerreissen ließ. Nachdem aber solches die Phædra erfahren, hat sie sich aus Reu und Schmertz selbst an einen Strick erhencket.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1479–1480Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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