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Recht & StaatFrauenzimmer-Lexicon 1715

Pieria, Des Pythes und der Japigyæ vortrefflich schöne und wohlgestalte Tochter, in welche sich ein gewisser Milesier Phrygius genannt, verliebet hatte, weil aber dazumahl ein harter und langweiliger Krieg zwischen denen Myuntiern und Milesiern war, und dieser Phrygius, um der Pieriæ Gegen-Liebe zu erhalten, ihr etwas auszubitten erlaubte, es möchte auch selbiges noch so groß seyn, versetzte diese Pieria darauff, daß ihr nichts liebers wär, als wann sie wieder unter Begleitung einer ansehnlichen Menge Volckes (ihre gefangenen Lands-Leute meynend) nach Hause ziehen dürffte. Worauff es dieser Phry gius aus hefftiger Liebe gegen sie bey seinen Milesiern so weit gebracht, daß sie gleich mit denen Myuntiern Friede machten. Welche hefftige Liebe beyden Völckern so wohl gefallen, daß sie daraus ein Sprichwort machten, und denen neuen Ehe-Leuten nichts mehr anzuwünschen pflegten, als daß ihrer beyder Liebe wie der Pieriæ und des Phrygius seyn möchte. Cælius. Lib. 23. c. 1.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1489Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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