Häußlichkeit, Ist eine dem Weibesvolck absonderlich wohl anstehende Tugend und Eigenschafft, vermöge deren sie sich in ihrem Hause stets eingezogen halten und ihres Hauswesens pflegen sollen. Das öfftere ausgehen und herum lauffen der Weiber war bey denen alten Römern und Egyptiern sehr verhast, massen die letztern ihre Weiber nicht anders aus dem Hause, als mit entblösten Füssen gehen lassen, daher auch selbige aus Furcht, sie möchten etwa auf der Gassen anstossen und sich verletzen, entweder gar nicht aus dem Hause giengen, oder wenn sie ja nothwendig auszugehen hatten, nicht weit giengen und gar bald wieder nach Hause kehreten. Vid. Plutarch. Lib. d. Præcept. Nupt. Ja als man einmahl zu Rom ein Weib vor das Marckhanß vorbey gehen sahe, wurden die Römer vor Verwunderung dermassen bestürtzet, daß sie nach dem Oracul zu Delphis schickten, um zu fragen, was wohl solches bedeuten würde, weil ihnen dergleichen Anblick etwas ungewöhnliches hiesse? Plutarchus in Vita Numæ Pompilii.