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GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Aspasia, Des Axiochi, oder wie einige wollen, des Pythagoræ gelehrte Tochter von Mileto aus Asien. Diese war so erfahren, daß sie den Periclem in der Rhetorica, den Socratem aber in der Philosophie unterwiesen, welches ihr so viel Ruhm und Ehre erworben, daß sie Sophistria und Eloquentiæ Magistra genennet ward. Hiernechst hatte sie einen vortrefflichen Geist zur Poesie, wovon Herodicus Cratetius sehr viel an das Licht gebracht. Diese ihre vortreffliche Wissenschafft und Beredsamkeit hatte den berühmten Fürsten und Redner Periclem endlich so weit gebracht, daß er sich mit selbiger in ein Ehe-Bündniß eingelassen. Es hat aber solche Heyrath denen Peloponnesern und Samiern gar unglückliche fata zu wege gebracht, weil Pericles auf der Aspasiæ schmeichelndes Zureden, selbige mit einen harten Kriege überfallen. Die grösten Philosophi selbiger Zeit beworben sich um ihre Freundschafft, ja der König Cyrus hielte sie wegen ihrer vortrefflichen Qualitæten so hoch, daß er einer von seinen Maitressen, die er vor allen andern liebte, den Nahmen Aspasia beylegte. Ihre Apophtegmata und Chrien sind in beyden Sprachen, nehmlich Griechisch und Lateinisch, A. 1556. in 8. an das Tage-Licht kommen. Plutarchus in Pericle rühmet sie sehr. Vid. Lotich. d. Nobilitat. Fœm. p. 126. Menag. in Histor. Mulier. Philosoph. p. 6. 7. & 8.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 114–115Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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