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AllerleiFrauenzimmer-Lexicon 1715

Piltz, Boletus, Potiron, ist ein bekannter Schwamm, oben von Castanien-brauner Farbe, den gemeine Leute häussig zu essen pflegen. Es sind vielerley Arten derselben: Der Käyser Claudianus war ein grosser Liebhaber der Piltze, und da man ihm durch einen vergiffteten Piltz das Lebens-Licht ausbließ, machete er als ein guter Poet bey Empfindung des Giffts zu guter letzt noch diesen Vers:

Boleti leti causa fuere mei. Das ist: Ein gifftger Piltz, den man mir gab, Stürtzt mich noch vor der Zeit ins Grab.

Sie werden von denen Hauß-Müttern entweder abgebacken, oder rohe zubereitet, man muß sie aber erst oben fleißig beschaben, und das rauche unten weg schneiden. Hernach auf folgende Art zurichten; 1) Piltze frische in Butter geröstet; 2) Piltze dürre sauer zu machen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1490–1491Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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