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GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Placilla, Käysers Theodosii Magni Gemahlin, ließ, als sie zur Regierung kam, viel Zeichen ihrer Gütigkeit und Gnade, sonderlich gegen die Armen sehen, als welche sie selbsten zu besuchen und persönliche Hülffreichung zu thun pflegte, so gar, daß sie bey selbigen vor ihren Betten und Krancken-Stuben öffters dasjenige zu verrichten sich nicht schämete, was denen Mägden und Wärterinnen zukam; und wenn sich auch gleich einige unterstunden ihr deßwegen einzureden, und von solchen Ausspendungen abzuhalten, pflegte sie zu sagen: Daß derjenige, so mit Vernunfft erwög, was er itzo sey, und was er zuvor gewesen, die Danckbarkeit und Gutthaten ohnmöglich vergessen könte.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1498Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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