Scharsegin, Die Schöne, eine natürliche Tochter Käysers Maximiliani, so er in seiner Jugend von einem Gräflichen Fräulein in Ost-Frießland erzeuget. Diese, weil sie von sonderbahrer Schönheit war, hatte 2. vornehme Werber, so nach ihrer Liebe strebeten, als nemlich den Ritter in Crain Rauber genannt, und einen vornehmen Spanier. Weil nun Käyser Maximilianus solches merckte, und keinen dem andern gerne vorziehen wolte, ließ er sie beyderseits vor sich kommen, und nachdem er vorhero zwey grosse Säcke machen lassen, that er ihnen diesen Vorschlag: daß wer von ihnen beyden den andern in Sack stecken und zwingen könte, der solte die schöne Scharsegin haben. Nachdem sie nun beyderseits ihr äusserstes Vermögen angewendet, einander zum Sack-Ritter zu machen, muste doch endlich der Spanier, aller Gegenwehr ohngeachtet, in des Ritters in Crain seinen Sack, über welchen Schimpff der Uberwundene bald darauf den Hof quittirte, und dieses schöne Kleinod seinem Uberwinder zur Gemahlin hinterlassen. Valvas. Crain. Lib. XI. fol. 601.