Tarte von frischen Johannis-Beeren anders, Wenn die Johannisbeer gepflucket und rein gemacht sind, so thut solche in eine Schüssel und reibet viel Zucker drauff, weil sie sehr sauer sind. Darnach nehmet vorher gemeldten Butter-Teig, treibet ein Blatt auf, eines guten Messer-Rückens dicke, und bestreichet solches mit zerklopfften Eyern, setzet vom Teig ein Rändgen, so weit als ihr die Tarte dencket zu füllen, etwan eines halben Qver-Fingers hoch, damit der Safft, welchen die Johannisbeer geben werden, nicht heraus lauffe. Verfertiget endlich noch ein Blatt von obigen Teig über die Tarte, und schneidet selbiges sauber nach eurer Wissenschaft: denn ie zierlicher die Tarten geschnitten werden, je schöner backen und sehen sie aus.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1967–1968Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0