Basel, Diese grosse Stadt hat in ihrem Umfang 7500 Schritt, ist eine von den vornehmsten Orten, so wohl wegen ihrer vortheilhafftigen Gelegenheit, als auch wegen ihrer alten Universität, liegt am Ufer des Rheins, und wird in 2 ungleiche Theile getheilet, hat 26 Zünffte, und wird von 2 Räthen regieret, davon der grosse Rath in 240 Personen, und der kleine in 64 Personen bestehet. Der grosse Rath aber hat keine sonderliche Gewalt, massen er sich nicht versammlen kan, als nur in sonderlichen Angelegenheiten, und wann es der kleine Rath vor gut befindet, ihn einiger Geschäffte theilhafftig zu machen. Auf des Erasmi Grab ist eine besondere Uiberschrifft, auf einer grossen ehernen Platte. Man siehet auch unterschiedliche gemahlte Stücke von Hollbein, der da zu Hause gewesen, und durch den Erasmum an König Heinrich den VIII in Engelland recommendiret. Der Bischoff hat seine Residentz zu Brondrut, und nichts mehr mit der Stadt zu schaffen, die Universität wird durch 4 Scholarchen regieret. Es ist zumercken, daß die Uhren eine Stunde hier allzeit zu früh gehen, also, daß was bey ihnen 1 Uhr, bey den benachbarten erst 12 ist. Dieses kommt daher, weil die Stadt einsmals durch Verrätherey hat sollen überrumpelt werden, und hierzu die Nacht bestimmet war, da haben alle Glocken, gleichsam als ein Wunderwerck, Eins mehr geschlagen, wodurch der Feind confus worden, und es unterlassen. Allhier ist zu sehen das Münster, die St. Peters-Kirche und der lustige Platz, das Prediger-Kloster, und daselbst der beruffene Todten-Tantz; der hohen Schule Collegia und Bibliothec; welche alle andere in der Schweitz weit übertrifft; das Rath- und Zeughaus, etliche Kunst-Cammern, die Carthaus und viel andere Sachen mehr. Der Bischof von Basel hat zum Wappen einen qvadrirten Schild. Jn dem ersten und vierten silbernen Felde ist ein schwartzer eiserner Fischer-Angel, oder Beschlag von einem Pilgrims-Stabe, als das Wappen des Hoch-Stifftes Basel. Jn dem zweyten und dritten Felde ist das Geschlechts-Wappen der Freyherren von Reinach, aus welchem Hause der itzige Bischof entsprossen, nemlich ein rother aufsteigender Löwe, mit gedoppeltem Schweiffe in einem goldenen Felde. Der erste Helm ist der Bischöflich-Baselsche, der zweyte aber der Reinachische.