Beinbruch der Pferde, Jst ein gefährlicher Zufall, welcher sehr mißlich zu heilen, sonderlich wenn das Pferd schon bey Jahren ist; ja wenn auch die Cur wohl anschlüge, würde doch ein solch Pferd nicht wieder in den Stand kommen, die Dienste zu leisten, so es zuvor gethan. Dem ohngeachtet, hat man Mittel erdacht, ein verunglückt Roß folgender Gestalt zu heilen: Vorerst muß man es in wohlvermachten Stand, und zwar oberhalb desselben mit einigen am Boden starck angebrachten grossen Schrauben und Hacken, mit Gurten und breiten Bändern, vorn und hinten also in die Höhe aufziehen, daß es in gleichem Gewicht hänge, und mit den Füssen 1 oder 2 Spannen von der Erden schwebe, auch ohneracht es keinen Fuß auf den Boden zu bringen oder zu setzen mächtig ist, dennoch sein Futter aus der Krippe langen könne. Hierauf nimmt man Eibischwurtz, Bibinell und Beinbruch, iedes ein Pfund, einen guten Löffel voll ungelöschten Kalck, und ein Viertel-Pfund gestossenen Mastix, kocht es zusammen in Wein zu einem Mus, schlägt, sobald es vom Feuer kommt, 6 Eyer darein, rührets fein warm um, streuets auf ein leinen Band, und schlägets warm um den schadhaften Fuß, welcher sodenn, so starck als möglich, gespänet oder geschindelt werden muß. Unter das Futter soll man in währender Cur gepülvert Eibischwurtz, Bibinell und Beinbruch mengen. Wenn der Beinbruch neu ist, nehme man Tannenhartz und Jungfer-Wachs, iedes 1 Pfund, und eben so viel Schwartzwurtz oder Walwurtz, zerstosse es in einem Mörsel, lasse es mit einander sieden, und mache eine Salbe daraus. Solche streiche man auf ein lang keinen Tuch, schlage solches, so warm es das Roß leiden kan, um den Schaden, und verbinde es mit Tüchern, daß es warm bleibe; schindele es fest, und lege alle 3 Tage ein frisch Pflaster drauf, schindele es iedesmal wieder, und fahre damit fort so lange, bis man Besserung siehet. Erstarret nun der Fuß in etwas, so bähe man es folgender massen, um den andern Tag: Attich, Pappeln, Qvendelkraut, Wullkraut, Nachtschatten, grosse Klettenwurtz, Camillen, Schellkraut, Beyfuß und Wermut, siede man in Bier, bähe und wasche den Fuß damit wohl, mache ihm einen guten starcken Anstrich, lasse es 4 Tage also stehen, wasche es am fünften Tage mit scharfer Lauge ab, und wiederhole gedachte Bähung.