Berlin, Jst eine sehr schöne und grosse Stadt, sehr wohlgebauet und befestiget, ohngeachtet des sandichten Bodens. Sie bestehet aus verschiedenen Städten, als Berlin, Cölln an der Spree, allwo das Königliche Schloß, Friedrichs-Werder, und ausser der Fortification Dorotheen-Stadt, worinnen die schöne Allee von Linden nach dem Thiergarten, Friedrichs-Stadt und Neustadt. Es sind viel prächtige Häuser auf Jtalienische Manier gebauet, welche vor Palläste paßiren können. Aber das Schloß ist ein recht Königliches Gebäude, welches ietzo (ausgenommen des Escurial und Louvre in Paris) an Schönheit und Grösse mit den vornehmsten Gebäuden in der Welt um den Vorzug streiten kan; die Säle und Gemächer sind mit den schönsten Gemählden in grosser Menge gezieret: Hat auch ein Wäldlein 500 Schritt groß, dienet dem König zur Ergetzlichkeit, gestalten viel Wild darinnen unterhalten und zuweilen gejaget wird. Es sind auch allhier zu sehen, der prächtige Marstall, mit den schönsten Pferden gespickt; die Kunstkammer, die berühmte Bibliothec, das unvergleichliche Königliche Müntz-Cabinet und Antiqvitäten-Kammer, die neue Brücke, worauf der Churfürst Friedrich Wilhelm, in Ertzt gegossen, zu Pferde zu sehen: Jtem der neue Stall, der Dom oder die Stiffts-Kirche. Es war hier eine von dem weisen König Friedrich dem Ersten angelegte Ritter-Academie, so aber unter der vorigen Regierung eingegangen.