FeedCostnitz, Costantz, Constantia
ErdkundeRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Costnitz, Costantz, Constantia, Eine wunderschöne, lustige und feste Stadt am Boden-See und am Rhein gelegen, ist nicht sonderlich groß, doch sind allda zu sehen die Bischöffliche Kirche oder der Dom zu St. Stephan, item etliche Stiffts-Kirchen, verschiedene Klöster, das Jesuiter-Collegium, samt dem Rath- und Kauffhaus. Der Boden um Costantz ist sehr fruchtbar, an Wein, Früchten, Obst und Kräutern, und hat die beste Weide. Das Bißthum ist sehr groß, darein über die 400 Klöster, und 1800 Pfarren gehören. s. Zeitungs-Lexicon. Allhier ist der dritte Turnier von Hertzog Rudolphen in Schwaben Anno 948, die Woche nach Allerheiligen gehalten worden, wobey 8 Fürsten, 20 Grafen, und 15 Freyherren, worunter Hertzog Herrmann in Schwaben, Bruno der erste Marckgraf zu Sachsen, Hertzog Conrad in Francken und Graf Wiprecht zu Leiningen gewesen. Der Bischoff zu Costnitz hat ein silbernes Creutz im rothen Hertz-Schilde, wegen des Stiffts Costnitz; im ersten und 4ten rothen Felde, wiederum ein silbernes Creutz im rothen Felde, wegen der Abtey Reichenau; im andern und dritten silbernen und mit einer rothen Binde getheilten Felde einen oben und unten gehenden blauen Löwen, als des vorigen Bischoffs Geschlechts-Wapen derer Freyherren von Stauffenberg. Unten in der rothen Schild-Spitze halten zwey aus den Wolcken hervor gehende Hände aufrechts einen silberuen Schlüssel mit doppeltem Kamme. Auf diesem Schilde stehet in der Mitten ein Engelskopf mit der Bischoffs-Mütze, wegen des Stiffts Costnitz; zur Rechten ist ein güldener Helm, auf welchem eine achteckigte und mit so viel Pfau-Federn gezierte rothe Tafel mit einem silbernen Creutze auf einem rothen Küssen ruhend, wegen Reichenau; und zur lincken der Stauffenbergische mit einem Fürsten-Hute bedeckte Helm, aus welchem 2 mit 6 Federn geputzte Schalmeyen hervor ragen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 432–433Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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