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ErdkundeRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Dessau, Eine lustige Fürstliche Anhaltische Residentz-Stadt, in einem ebenen Felde, nicht weit von der Elbe gelegen, hat ein prächtiges Schloß und einen schönen Thiergarten. Die Stadt ist nicht gar groß, und hat nur eine grosse lange Gasse, samt etlichen Plätzen. Aber das Schloß ist ansehnlich, und sind die Gemächer mit grossen Spiegeln und andern Zierathen trefflich gezieret, so daß diese Fürstliche Residentz wohl kan unter die prächtigste Palläste in Europa gezehlet werden. Es sind im Schlosse verschiedene Gemächer, und hat ein iedes Gemach seine Antichambre, seinen Saal, sein Cabinet, Kleiderkammer etc. Aber das Gemach der Fürstin übertrifft alle andere, so wohl an Schönheit als an Kostbarkeit. Es hat grosse silberne Platten und grosse Spiegel, kleine Kistlein an den Täfeln von Crystall. Aus der Kammer der Fürstin gehet man in 2 grosse Cabinette, deren das eine mit Gemählden von den besten Meistern, und das andere mit Porcellain-Geschirr von einer solchen Menge, dergleichen man in allen Jndianischen Kauffläden in Engel- und Holland so viel nicht leichtlich sehen wird. Das Wappen derer Fürsten von Anhalt-Dessau ist oben unter Anhalt beschrieben.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 511–512Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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