Braunschweig, Eine grosse und sehr feste Stadt, an der Ocker gelegen, wird in 5 Theile getheilet; der erste Theil wird die alte Stadt, der andere die Neustadt, der dritte der Hagan, der vierte der Sack, der fünffte aber die alte Wick genannt. Hat in ihrem Umkreis eine teutsche Meile, ist fast so breit als lang, wohlerbaut, mit einem starcken hohen Wall, doppelten Mauren und Gräben umgeben. Es sind daselbst, die Dom- und andere Pfarr-Kirchen, deren 8 sind, die 3 lateinische Schulen, die 5 Rathhäuser in den 5 Theilen der Stadt, die Zeughäuser, die faule Metze, das Opernhaus, welches wegen seiner grossen Machinen sehr schön, zu sehen. Sie liegt eine Meile von Wolffenbüttel und 5 von Helmstädt, und ist 1671 unter der Hertzoge von Braunschweig völlige Bothmäßigkeit gekommen. Sonsten wird hier zweyerley Bier gebraut, nemlich ein weisses, Breyhan genannt, so man im Winter, und die Mumme, so braun, und so man in Sommer trincket. Allhier ist der fünffte Turnier von Hertzog Ludolphen zu Sachsen und Braunschweig gehalten worden, in Beyseyn 10 Fürsten, 13 Grafen, 10 Freyherren, Anno 996 in der Woche nach dem Heiligen drey Königs-Tage. Von dieser Stadt hat das umliegende Land den Nahmen, von welchem sich die Churfürsten und Hertzoge von Braunschweig-Lüneburg schreiben. Der Churfürst von Braunschweig-Lüneburg führet zwey über einander stehende güldene Leoparden im rothen Felde, wegen des Hertzogthums Braunschweig; ein weisses Pferd im rothen Felde, als das alte Nieder-Sächsische Wappen; einen blauen Löwen mit rothen Hertzen bestreuet im güldenen Felde, wegen Lüneburg; einen silbernen gecrönten Löwen im blauen Felde, wegen der Grafschafft Eberstein; einen güldenen im rothen Felde, mit einem blau und weissen Rande eingefast, wegen Homburg; einen silbernen Löwen im blauen, und gleich darunter einen blauen Adler im silbernen Felde, wegen Diepholt; einen güldenen Löwen im rothen Felde, und darunter ein Feld sechsmahl von Gold und roth gestrefft, wegen der Grafschafft Lauterberg: einen schwartzen Hirsch im silbernen Felde wegen der Grafschafft Clettenberg: einen getheilten Schild, darinne oben zwey schwartze Bären-Tatzen im güldenen Felde erscheinen, der unterste Theil aber wieder getheilet ist, der oben 4 rothe und silberne Balcken präsentiret, und unten von Silber und blau creutzweis durchschnitten ist, wegen der Grafschafft Hoya; ein Silber- und roth-gewürffeltes Feld, wegen Hohnstein; ein rothes Hirschhorn im silbernen Felde, wegen der Grafschafft Reinstein; ein schwartzes aber wegen der Grafschafft Blanckenburg; und endlich in einem rothen Mittel-Schilde die Kayserliche Krone wegen des Ertz-Schatzmeister-Amtes, damit der Churfürst An. 1710 von dem Kayser belehnet worden, aber noch deswegen mit Chur-Pfaltz streitig ist. Dieses Wappen hat 5 gecrönte Helme. Der erste präsentiret einen Pfau-Schwantz zwischen zwey Hirsch-Hörnern, wegen Honstein-Lauterberg; der andere ein paar schwartze Bären-Klauen, wegen Hoya; der dritte eine weisse und mit Gold gecrönte Säule zwischen zwey silbernen und mit Pfau-Federn gezierten Sicheln, wegen Braunschweig; der vierte ein paar Büffels-Hörner, dazwischen 6 rothe und weisse Fähnlein stecken, wegen Burchusen; und der fünffte ein paar silberne Büffels-Hörner zwischen zwey Hirsch-Hörnern, wegen Reinstein-Blanckenburg. Uiberdieß führen die übrigen Hertzoge von Braunschweig eben dergleichen Wapen mit dem Chur-Hause, nur daß die Felder unterschiedlich rangiret sind, und das Mittel-Schild wegbleibet.