FeedZürch
ErdkundeRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Zürch, Eine von den ältesten Städten im Schweitzerland, an einem See, welcher fast eine halbe Meile breit ist, und eine Brücke 12 Fuß breit hat. Die Limat ist ein Fluß, so aus dem See kommt, und die Stadt in zwey ungleiche Theile theilet, dann der rechte grösser ist, als der lincke Theil. Sie ist prächtig erbauet, wohl befestiget, und treibet grosse Handlung in Deutschland, Jtalien und Franckreich. Es ist hier eine berühmte hohe Schule. Allhier ist zu Zeiten Friderici Barbarossæ 1165 am St. Andreas-Tage der zehende Turnier von Hertzog Welpend in Bayern, zu Spolet, Marckgraf in Corsica und Herrn zu Sardinien gehalten worden, darunter 14 Fürsten, dabey nebenst andern Pfaltz-Graf Otto von Wittelsbach, Marckgraf Leopold in Oesterreich, Marckgraf Odoacer in Steyermarck, Hertzog Hermann in Steyer, Marckgraf Engelbert in Jstrien, Marckgraf Berchtold zu Aegran, Marckgraf Dipolt zu Cham, Landgraf Otto zu Steffling, und Hertzog Conrad zu Valesi, 91 Grafen, 84 Freyherren, 133 Ritter, und 392 Edle, und sind unter andern empfangen und geschlagen worden, Albrecht von Bernstein, Ritter Wolffhard von Remchingen, und Eberhard von Kippenheim; bey ietztgedachten Helmen waren auch 34 Fürsten und Grafen des Fürstlichen Geblüts vom Hause Bayern, disseits Rheins, Pfaltz-Grafen von der Schwerdt-Seiten. Von dieser Stadt hat der Canton Zürich seinen Nahmen, welcher in den Versammlungen den Vorsitz hat, und den Gesandten antwortet. Jm Wappen hat dieser Canton ein silbernes und blaues Schild schräglings getheilet.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2363–2364Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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