Stutgard, Haupt- und Residentz-Stadt des Hertzogthums Würtemberg, fast miten im Lande, 3 Meilen von Tübingen, und nicht weit vom Necker, welche mit schönen Gärten und Weinbergen umgeben, und der Lutherischen Religion zugethan ist. Sie ist nicht sonderlich groß, hat aber grosse Vorstädte, liegt in einem Thal, und hat ein schönes Residentz-Schloß, nebst einer kostbaren Antiquitäten- und Kunst-Kammer, wie auch den Ritter-Saal, das Comödianten-Lust- und Ballhaus, die künstliche Grotta, Pomerantzen-Gärten; Oelberge, und die grösten Linden, worauf die Reiger häuffig im Sommer ihre Stände haben u. Junge ziehen; die Pfisterey und eine Mahl-Mühle unter der Erde, nebst vielen andern Raritäten und Kunst-Brunnen, auch eine Orgel mit Wasser getrieben, und die Stadt Jerusalem, das schöne Reithaus und die grosse Turnier-Plätze. Allhier sind zwey Turniere gehalten worden, als der Sechsund zwantzigste von Hertzog Ulrichen zu Würtemberg bey seinem Beylager, so er mit Hertzog Ludwigs Schwester von Bayern gehalten, Anno 1436, wobey 5 Fürsten, Marckgraf Carl von Baden, der Marckgraf zu Hochberg, Hertzog Ludwig zu Würtenberg, und andere, 25 Grafen, 19 Freyherren, 65 Ritter und 98 Edle. Jtem, den Ein und dreißigsten Turnier hat die Ritterschaft in Schwaben zu Stutgard Anno 1484 am Mittwoche nach der heiligen drey König Tag, Hertzog Eberhard zu Ehren gehalten, worunter 4 Fürsten, nemlich Marckgraf zu Brandenburg, Burggraf Heinrich zu Meissen, Landgraf Wilhelm in Hessen, und Hertzog Eberhard, 12 Grafen, 19 Freyherren, 42 Ritter u. 209 Edle.