Bug-schwinden, Jst ein übler Zustand an einem Pferde, wann die Schulter oder das obere Theil an den Schenckeln, so hart an der Brust sitzet, und Bug genennet wird, zu schwinden anfänget. So bald man solches gewahr wird, so lasse man ihme die Haare am Bug und Schenckel auf das genaueste hinweg scheeren, picket ihme sodenn mit einer Flieten den Bug über und über, das es blutet; wasche den Ort, wo es schwindet, mit einer scharffen Laugen und Venedischer Seiffen gar rein; wann es wieder trocken ist, so schmiere man ihme mit folgender Salbe den Bug und Schenckel bey einer warmen Glut gar wohl, damit die Salbe hinein komme. Dieselbe wird aber folgender Gestalt gemacht: Man nimmt im Mayen der rothen und gelben Schnecken etliche, lässet sie eine Nacht in einem neuen Topff stehen, daß sie sich reinigen, darnach thut man sie in einen andern glasurten Topf, der unten im Boden viel Löcher hat, und setzet ihn alsdenn in einen andern neuen Topff; wenn der Schnecken zehen oder zwölff, so thut man eine Hand voll Saltz darzu, vermachet sie wohl, daß keine Erde oder sonst nichts darein komme; setzet den Topff so denn in einen Keller, oder in die Erde, wie es sich schicket, lässets acht oder neun Tage stehen, so wird obgedachte Salbe daraus. Oder: Man nehme acht Loth Campfer, Hunds-Schmeer, alt Schmeer, Hirschen-Unschlitt, Lein-Oel, Terpentin und Wachs iedes ein Pfund. Den Campfer reibet man klein, und stösset denn alles zusammen, darnach lässet man es zergehen, und rühret es so lange durch einander bis es kalt wird. Sodann lässet man dem Roß die Haare abscheren, und schmieret ihm den Bug mit der Salbe, hält auch iederzeit ein heisses Eisen daran, damit es wohl einziehe, und wiederholt es, so offt es die Noth erfordert.