Cheval, Ein bekantes, nutzbares, nothwendiges, großmüthiges, dauerhafftiges Thier, welches unter allen vierfüßigen Thieren wol eines von den nutzbaresten, edelsten und schönsten ist, in Betracht, die Menschen insgemein nach iedes Stand und Vermögen, in allerhand Nothdurfft und Beqvemlichkeit, zur Lust und Ernst, zum Pomp und Pracht, zur Freud und Streit, und in denen hauptsächlichsten Zufällen dieses Lebens sich desselben füglich bedienen. Seinen Tugenden nach ist es ein aufmercksames, gelernig, gehorsames, freundliches und leutseliges, tapfferes Helden-Thier, dem Menschen zugethan. Es ist hierbey zu mercken, daß des Pferdes in heil. Schrifft 360 mal erwehnt wird.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 336Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0