FeedSchafhausen
ErdkundeRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Schafhausen, Eine der schönsten Städte in der Schweitz, liegt am Rhein über seinem Fall, und wird durch eine zierliche steinerne Brücke an das Schweitzerland gehänget. Die Jnwohner sind Reformirter Religion, und hat einen Zoll vom Saltze. Jhre Handlung machet sie reich, und ihre Gelegenheit ist sehr beqvem, angesehen die Schiffe, die aus dem Costnitzer-See kommen, wegen des Falls des Rheins nicht weiter gehen können, sondern nothwendig allhier müssen abgeladen werden. Sie hat eine Citadelle, zu deren Unterhaltung die Cron Franckreich jährlich 800 Pfund (vermöge des Schweitzerischen Bündnisses) auszahlet. Das Regiment hier ist schier wie zu Zürch und Basel. Das Volck ist sehr arbeitsam, sinnreich, geschickt und freundlich. Die Kirche zu den Aposteln ist ein statliches Werck, welche wie das Rathhaus und das Kloster wohl zu sehen. Jn dieser Stadt ist Anno 1392 die Woche nach Allerheiligen der ein und zwantzigste Turnier von der Ritterschaft in Schwaben gehalten worden, worunter 8 Fürsten, nemlich Hertzog Johannes in Bayern, Hertzog Friedrich in Oesterreich, Hertzog Stephan in Bayern, Marckgraf Rudolph zu Baden, Landgraf Ludewig zu Hessen, Burggraf Friedrich zu Nürnberg, Fürst Wilhelm zu Henneberg, und Hertzog Eberhard zu Würtemberg 22 Grafen, 10 Ritter, und 179 Edle. Von dieser Stadt hat der Canton Schafhausen seinen Nahmen, welcher zwar nicht groß ist, aber ein fruchtbar Erdreich hat, und aus 11 Aemtern bestehet. Dieser Canton hat einen schwarzen springenden Bock mit güldenen Hörnern und Krone im silbernen Felde zum Wappen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2046–2047Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6