Dachs-Haube, Jst eine Art von Netzen, womit ein Dachs ohne grosse Mühe lebendig gefangen werden kan. Es ist dieselbe so lang und weit, als ein Korn-Sack, unten am Ende spitzig mit einem eisernen Ringe versehen, und von festem starcken Bindfaden gestricket. Seine Schmasen oder Maschen sind, wie an einem Haasen-Netze, woran oben die Zug-Leine, wie an einem Geld-Beutel ist. Mit dieser Dachs-Haube wird folgender Gestalt umgegangen: Wenn man nemlich durch einen gangbaren Bau, und die ausgeführte Erde oder Sand, durch Spur oder andere Merckmale, gewiß erkundiget hat, welche Röhre am gangbarsten ist, so stopffet man die alten Röhren zu, und stellet im Herbste, wenn die Dächse am feistesten sind, um Mitternacht die Dachs-Haube in das Loch, und sperret mit ein paar dünnen Rüthlein in der Röhre das Garn von einander, hacket vor dem Eingang umher, und bindet denn die Zug-Leine an einen Strauch darneben feste an, lässet gegen den Tag früh einen andern mit ein paar Stöbern auf den Rüben-Feldern herum visitiren; wenn nun der Dachs von diesen aufgetrieben nicht erwischet wird, so gehet er nach dem Holtze und in seinen Bau, da sich denn die Haube selbst hinter ihm zuziehet, und der Dachs sich also lebendig fänget, daß er nicht wieder heraus kommen kan. Es ist diese Dachs-Haube insonderheit an denenjenigen Orten wohl zu gebrauchen, wo die Dächse in Bergen und Hügeln sehr tieffe und feste Winter-Bäue haben, daß ihnen nicht wohl beyzukommen, noch dieselben füglich heraus gegraben werden können.