Dreyklang, Aus dem musicalischen Dreyklange kan fast alles gute, welches die Melodie und Harmonie hat, hergeleitet werden. Denn nach dem Grund-Satze des harmonischen Drey-Klanges kan man aus den zwölf Octav-Gattungen der diatonisch-chromatischen Klang-Leiter, durch die Abwechselung der Tertzen, vier und zwantzig Ton-Arten heraus bringen, deren iede ihr absonderliches und eigenes Wesen, nicht nur in der Höhe und Tieffe, nach der alten Griechen Art, sondern auch in der wundersamen Vielfältigkeit der Verhältnisse darleget. Und hierinnen hat die heutige Ton-Kunst einen grossen Vorzug vor der uralten sowol als auch vor der mittlern. Denn beyde wusten nichts rechtes und gründliches von dem harmonischen Dreyklange. voyez Trias harmonica.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 548Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0