Faltz, Pfaltz, Paltz, Jst bey dem Auer-Geflügel, Trappen, und anderm hohen Feder-Wild eben dasjenige, was man beym rothen und schwartzen Wildpret die Brunst nennet. Wenn die Auerhahnen faltzen oder in der Faltz sind, so machen sie nach Mitternacht bis gegen den Tag ein Geschrey, welches fast klinget, als ob ein Grase-Mähder mit seinem Wetzstein mit doppelten Strichen gerade die Sense striche. Jn währenden solchem Faltz-Geschrey hören und sehen sie nichts, und gehen gleich den Truthänen mit abwerts gespreitzten Flügeln und straubigten Federn auf denen dicken Aesten der Bäume hin und wieder, welches letztere zwar auch die Trappen in ihrer Faltzzeit thun, aber dabey keinen Laut von sich geben.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 732–733Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0