Hall in Sachsen, Stadt an der Saale zur rechten Hand, im Saal-Kreise des Hertzogthums Magdeburg, nebst einer Universität, welche An. 1694 den 1 Jul. von dem damaligen Chur-Fürsten und nachmals ersten Könige in Preussen Friderico aufgerichtet worden. Sie hat ein Bischöffliches Residentz-Schloß, wie auch ein altes Schloß, die Moritzburg genannt, nebst berühmten Saltz-Brunnen, deren viere sind, Nahmens Gutjahr, Meteritz, Hackenborn und der Deutsche Brunn, welcher der beste ist. Es befindet sich auch daselbst ein weltliches Fräulein-Stifft reformirter Religion, so von dem Magdeburgischen Cantzler, Herrn Gottfried von Jena, gestifftet worden. Die Einwohner sind meistentheils Lutherisch, iedoch haben auch die Reformirten, ingleichen die Jüden ihre Religions-Uibung allhier. Jn der Vorstadt Glaucha befindet sich ein grosses und schönes Waysen-Haus und Pædagogium, welches der Professor Francke angeleget. Allhier ist der siebende Turnier von Kayser Heinrich dem dritten An. 1042 in der Woche nach Philippi Jacobi gehalten worden, wobey 8 Fürsten, nemlich Hertzog Otto zu Sachsen, Marckgraf Albrecht zu Brandenburg, Hertzog Burcinous in Böhmen, Marckgraf Albrecht in Oesterreich, Hertzog Conrad in Bayern, Marckgraf Eckard zu Meissen, Marckgraf Otto zu Nordgau, Marckgraf Theodor zur Lausitz; 26 Grafen, 14 Edle und 580 Helmen. Woselbst den einer von Brettenburg, von Bonstet, von Rockheim und einer von Sicking um Ungehorsams willen geschlagen ward.