Hanau, Eine schöne Grafschafft in der Wetterau, davon die Grafen dieses Nahmens ihren Titel führeten. Sie hatten sich in die Müntzenbergische und Lichtenbergische Linien vertheilet, davon jene schon 1642 mit Grafen Johanne Ernesto abgestorben. Von der Lichtenbergischen Linie hat Graf Philippus Reinhardus vom Kayser den Reichs-Fürstlichen Titel erhalten, weil aber die Introduction in das Fürstliche Collegium nicht erfolgte, so enthielt er sich auch des Fürstlichen Titels. Mit dessen Bruder, Grafen Johanne Reinhardo, ist 1736 der gantze Manns-Stamm dieses gräflichen Hauses erloschen. Und obwol Chur-Sachsen 1625 vom Kayser die Anwartschafft auf diese Grafschafft erhalten hatte: So ergriff doch Printz Wilhelmus von Hessen-Cassel, welches Haus sich auf einen Eventual-Successions- Vergleich von 1643 gründete, nach dem Tode gedachten letzten Grafens den Besitz von der Grafschafft und den dazu gehörigen Landen, nachdem dessen älterer Herr Bruder Fridericus, König in Schweden und Landgraf zu Hessen-Cassel, en faveur seiner renunciret hatte. Es ist aber die Sache zwischen den Häusern Sachsen und Hessen zum Vergleich gedien. Sonst führten die abgestorbenen Fürsten und Grafen von Hanau im Wappen wegen der Herrschafft Hanau drey rothe Sparren im güldenen Felde; drey güldene Balcken im rothen Felde, wegen der Grafschafft Reineck; einen rothen Löwen im güldenen Felde, wegen der Grafschafft Zweybrück; ein roth und Gold getheiltes Feld, wegen der Herrschafft Müntzenberg; einen schwartzen Löwen im silbernen Felde mit einer rothen Einfassung, wegen der Herrschafft Lichtenberg im Unter-Elsaß; zwey silberne Balcken im rothen Felde, wegen der Herrschafft Ochsenstein, und endlich ein rothes Mittel-Schildgen mit güldenem Rande, wegen der Herrschafft Bitsch. Auf diesem Wappen stehen 4 offene Helmen; der erste zeigt einen halben Schwan wegen Hanau; der andere aber einen halben rothen Löwen, wegen Zweybrück; der dritte ist mit einer rothen und mit Hermelin aufgeschlagenen Mütze bedecket, darauf ein Pfauen-Schwantz mit zwey Fähnlein, roth und Gold getheilet, zu sehen, wegen Müntzenberg; der vierte ist gecrönt, und hat einen grossen Schwan, wegen Reineck. Uiber dieses ist noch zur rechten Hand ein Neben-Helm, worauf ein weisser Schwan-Kopff mit dem Halse zu sehen, wegen Lichtenberg, und zur lincken Hand ist dergleichen, welcher einen halben Mann ohne Arme, in rother Mütze und Kleidung, mit silbernen Balcken träget.