Nassau, Kleine Stadt und Schloß an der Löhne in der Wetterau, wovon die Fürsten und Grafen von Nassau ihren Nahmen haben. Dieses vornehme Haus weichet an Alterthum keinem Fürstlichen Hause in Europa, wie denn schon im siebenden Jahrhundert ein Grafe von Nassau gelebet. Um das Jahr 1020 theilten sie sich in den Nassauischen und Geldrischen Ast, welcher letztere Ast aber 1372 in männlichen Erben abgestorben. Jener aber vertheilte sich in Grafens Henrici Divitis, welcher 1254 mit Tode abgieng, beyden Söhnen, Walramo und Ottone, in die annoch blühende Walramische und Ottonische Linien. Von der Ottonischen Haupt-Linie blüheten noch mit dem Anfange dieses Jahrhunderts die Oranische und Dillenburgische Linien: Die Oranische besaß nebst dem souverainen Fürstenthum Orange ansehnliche Güter in den Niederlanden, starb aber 1702 in William III. Könige von Groß-Britannien ab. Die Dillenburgische Linie hat sich ausgebreitet in die Aeste 1) Siegen, u. dieser wieder in 2 Neben-Aeste, nemlich die Catholische und Reformirte Linien, davon die letztere 1734 in männlichen Erben ausgieng; 2) Dillenburg, welcher 1739 abgestorben; 3) Dietz, so annoch in dem Fürsten Wilhelmo Carolo Henrico Frisone, Printzen von Oranien und Erb-Stathaltern von West-Frießland, als eintzigem Stammhaltern, blühet, und 4) Hadamar, davon der letzte Fürst 1711 gestorben. Die Walramische Haupt-Linie begriff die Aeste Saarbrück, Jdstein und Weilburg: Jdstein aber ist 1721 erloschen. Der Saarbrückische Ast beruhet anitzo auf dem Fürstlichen Hause Usingen, nachdem 1728 der Ottweilerische und 1723 der Saarbrückische Ast ausgestorben. Die Länder dieser Fürsten liegen in dem Ober-Rheinischen Kreise, theils in der Wetteran, theils auf dem Westerwalde, theils in dem Westerreich, ausser dem aber besitzet das Fürstliche Haus Nassau-Dietz wichtige Güter in den Niederlanden. Seit dem Carolus Augustus von der Weilburgischen Linie 1737 den Fürstlichen Titel angenommen, hat man nunmehro keine Grafen von Nassau mehr. Die Fürsten von Nassau-Siegen und Dietz haben einen güldenen Löwen im blauen Felde, mit güldenen Ziegel-Spänen bestreuet, als ihr Stamm-Wappen; einen rothen Löwen in Golde, wegen Catzenelnbogen; einen silbernen Balcken im rothen Felde, wegen der Grafschafft Vianen; zwey güldene Löwen im rothen Felde, wegen Dietz; und dann in einem gevierten Mittel-Schilde einen rothen gecrönten Löwen, wegen der Grafschafft Limpurg; einen silbernen gecrönten Löwen im rothen Felde, wegen der Grafschaft Bronchorst; zwey rothe Löwen über einander in Gold, wegen der Grafschafft Wisch; und endlich drey güldene Pfennige im rothen Felde, wegen der Herrschafft Borckelohe. Dieses Wappen hat sechs offene Helme: auf dem ersten sind zwey schwartze Flügel, darauf zwey güldene Löwen wegen Dietz; der andere ist gecrönt, und hat einen halben rothen Löwen, hinter welchem ein Pfauen-Schwantz wegen Limpurg; der dritte hat zwey ausgebreitete schwartze Flügel, auf deren iedem ein rother Löwe zu sehen, wegen Catzenelnbogen; der vierte ist gecrönt, und trägt einen rothen und güldenen Pferde-Fuß, wegen Wisch; der fünffte hat ein paar schwartze Flügel, worauf eine silberne Strasse mit fünff güldenen Blättern; der sechste ist gecrönt, und hat ein paar schwartze Bären-Füsse, deren ieder eine silberne Kugel hält, wegen Bronchorst. Die Fürsten von Nassau-Usingen und Weilburg haben den Nassauischen güldenen Löwen mit güldenen Schindeln umgeben im Mittel-Schilde; einen weissen Löwen im blauen Felde, mit silbernen Creutzlein bestreuet, wegen Saarbrücken; einen silbernen 2 köpffigten Adler im schwartzen Felde, wegen Saarwerden; einen schwartzen Balcken im güldenen Felde, wegen Mörs; 2 rothe Leoparden im güldenen Felde wegen der Grafschafft Weilnau; ein güldenes Andreas-Creutz im grünen Felde mit 12 kleinen Creutzlein, wegen der Herrschafft Mehrenberg; einen schwartzen Löwen in Gold wegen der Herrschafft Mahlberg; und dann einen rothen Balcken auf Gold wegen der Herrschafft Lahr. Dieses Wappen hat 7 offene Helme. Der Mehrenbergische hat eine rothe und güldene Wulst, darauf ein viereckigtes grünes Schirmbret mit einem güldenen Andreas-Creutze; der Saarwerd-Mörsische ist gecrönt, trägt einen güldenen Wolffs-Kopff mit einem stachlichten Hals-Bande; der Saarbrückische 2 von Silber und schwartz getheilte Flügel; der Nassauische einen güldenen Löwen zwischen 2 Büffels-Hörnern; der Weilnauische mit zwey schwartzen Flügeln, darauf 2 rothe Leoparden in einer güldenen Rundung; der Lahrische einen halben Mann in güldener Kleidung, und mit 2 gold- und roth gestreifften Büffels-Hörnern an stat der Arme; der Mahlbergische zeiget ein güldenes Schirmbret mit schwartzen Qvasten, darauf ein schwartzer Löwe zu sehen.