Huf-Eisen, Jst ein nach dem Huf eines Pferdes, Esels oder Maul-Esels geschmiedetes und eingerichtetes, mit acht Löchern versehenes, vornen rundes, und hinten geöffnetes Eisen, welches vermittelst acht Huf-Nägel auf die Sohle des Pferde-Fusses, Esel- oder Maul-Thier-Fusses geschlagen und aufgehefftet wird, damit ein solches Thier desto gewisser treten, und der Huf nicht bestossen, sondern bey gutem Stand erhalten werden möge. Jnsgemein finden sich an einem Huf-Eisen zwey Stollen und vornen ein Griff. Einige deroselben, und sonderlich die für die Zug-Pferde und Maul-Thiere werden mit Stollen gemacht; den Reit-Pferden aber legt man auch zuweilen, iedoch nur Sommers-Zeit glatte Eisen auf. Es sollen diese Eisen nicht zu schwach, noch zu schwer und starck, auch, wie obgedacht, nach dem Huf des Pferdes eingerichtet, gleich, und keiner von den an der Unter-Fläche des Eisens befindlichen Stollen grösser oder höher als der andere seyn. Die Türckischen Huf-Eisen sind inwendig nicht offen, wie die unsern, da der gantze Strahl bloß und offen liegt, sondern in der Mitten fast geschlossen, also daß die Füsse auf harten und steinigten Wegen nicht so bald beschädiget und verletzet werden. Die Huf-Eisen sollen einem ieden Pferde, wenn es auch schon vollhüfig ist, gleich eben und nicht hohl gerichtet werden, damit ihm die Wände fein starck und wohl wachsen können; sie sollen auch an den Vörder-Füssen vorn dem Horn gleich seyn, und nicht vor dem Huf hinaus gehen, es sey denn, daß der Fuß vertreten oder zerbrochen wäre; hinten an den Strahlen aber soll das Eisen mit beyden Stollen vorgehen, doch daß sie nicht zu lang seyn, damit das Pferd nicht mit den Hinter-Füssen darein greiffe, einreiche, und das Eisen abreisse; desgleichen sollen sie auch nicht zu kurtz seyn, daß es sich auf der Fersen oder Ballen nicht verbelle. Die Huf-Eisen müssen auch nicht zu breit noch gerade, ingleichen gegen den Stollen zu nicht zu dicke seyn, und sonsten überall wohl auf dem Huf anliegen. Wenn ein Pferd auf der Reise ein Eisen verlohren, und man sobald keine Schmiede erreichen kan, soll man mit einem scharffen Messer das Horn um und um beschneiden, und alles unebene und schieferichte gleich und glatt machen, so wird es dem Pferde nicht schaden, es wird auch den Huf nicht vertreten, bis ihme das Eisen wieder aufgeschlagen werden kan. Wenn man bey weichem Schnee-Wetter weit reisen muß, und der Schnee sich in die Pferde-Hüfe einbället, welches auf einer Reise grosse Verhinderung verursachet, soll man Unschlitt zwischen das Eisen und die Hüfe einräumen, oder dem Pferde die Füsse oder Hufe inwendig und auswendig mit schwartzer Seiffe wohl reiben, so wird sich desselbigen Tages kein Schnee einballen. s. Scheer-Eisen.