Intrada, Intrata, Jst ein Præludium oder Symphonie, welches gleichsam stat einer Vorbereitung zu den folgenden Jnstrumental-Stücken dienet, gleichwie die Ouverture bey den Frantzosen; man setzet sie kurtz und lang, ohne und mit Repriesen, deren gemeiniglich 2 von einerley Tact-Art, als ⅜ \frac {6}{8} und dergleichen sind, hat ein pathetisches und vollstimmiges Wesen ohne Fugen. Die Jntraden sind von den Jtalienern, weil sie sich nicht gerne mit Ouverturen abgeben, eingeführt. Der Affect, welchen sie erwecken soll, ist ein Verlangen nach mehrern, welches bey den Rednern Captatio benevolentiæ heisset, weil sie gemeiniglich als eine Einleitung viel Gutes von dem folgenden Wercke verspricht.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1183Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0