Ratelier, Heist eine Heu-Rauffe, so wie eine enge Leiter formirt, welche im Stall über der Krippe qver aufgemacht ist, in welche das Heu oder Grommet aufgesteckt wird, damit die Pferde solches sparsam müssen heraus ziehen und geniessen. Daß aber etliche solche Rauffe gehebe auf die Krippe stellen, ist auf zweyerley Weise sehr schädlich; denn von dem groben Heu werden sie in die Augen gestochen, und weil sie mit gleichem Kopf und Hals vor der niedrigen Rauffe nicht in die Krippe können kommen, sondern entweder mit der Stirn anstossen, oder den Kopf verdrehen müssen, muß folglich beyderseits übels daraus entstehen. Soll also die Rauffe so hoch über dem Bahren fest gemacht seyn, als die Pferde mit den Mäulern immer reichen können.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1889–1890Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0