Klepper, Bidets, Jst ein Pferd mittelmäßiger Taille, welches zum Reisen, Hetzen, Baitzen und dergleichen Verrichtungen gebrauchet wird. Hierzu pflegt man zwar wol die Land-Pferde, und aus den Gestüten die geringsten, oder auch Ungarische Pferde zu nehmen: weil aber diese letztern nur in der Ebene dienen und dauren können, in bösen tieffen Wegen aber bald erliegen, so werden die Siebenbürger und andere in gebirgigten Orten gefallene und erzogene für besser und dauerhaffter gehalten, weil sie in den bösen Wegen besser taugen. Die Zelter und Paß-Gänger, wie man sie insgemein nennet, sind wol beqvem für das Frauenzimmer und alte Leute; sind aber besser einen kurtzen Weg zu verrichten, als auf eine weite Reise, nicht allein weil sie mit ihrem schnellen Dreyschlag die andern neben ihnen gehenden Pferde, die nur im Trab oder halben Galopp folgen müssen, abmatten; sondern auch, weil sie, wenn sie müde werden, gerne einreichen, stossen und straucheln, ja wol gar aufs Maul fallen. Also wird ein Pferd, das einen guten Land-Schritt gehet, ein lindes Maul hat, und nicht scheu ist, für den besten Klepper gehalten. Da muß nun ein Reisender gute Aufsicht haben, damit seinem Pferde, am Beschläge, am Zeuge, am Futter und an der Wartung nichts abgehe; zuletzt wenn das Pferd bald in das Qvartier kommt, soll man es nicht starck erhitzen, oder wenn dieses ja geschehen, nicht gleich darauf stille stehen, sondern ehe es in Stall kommet, noch einige Zeit herum führen lassen; hiernechst ist auch zu mercken, wenn man in die Herberge kommt, daß man es vorhero wohl abkühlen lasse, ehe man es absattele, füttere und träncke, fleißig zu den Eisen sehe, ob sie feste liegen, ihnen zur Nacht fleißig einschlage, die Müdigkeit auszuziehen, die Schenckel mit warmen Wein oder Biergegen den Haaren wasche, mit reinem Stroh sauber abtrockene, und endlich den Klepper fleißig und rein füttere. Wenn man zu Mittags-Zeiten einkehret, soll man demselben bisweilen Brot in Wein oder Bier geweichet zu fressen geben. Hätte das Pferd ohngefehr unterweges ein Eisen verlohren, soll man mit einem scharffen Messer das Horn um und um wohl beschneiden, und alles unebene und schiefferichte glatt und gleich machen, so wirds demselben nicht schaden, es wird solches auch den Huf nicht vertreten, bis man an eine Schmiede gelanget. Wenn man bey weichem Schnee-Wetter starck reisen muß, und der Schnee sich einballet, so eine grosse Verhinderung giebet, soll man Unschlitt zwischen das Eisen und die Hüfe einräumen, oder die Füsse oder Hüfe innen- und aussenwendig wohl mit schwartzer Seiffe reiben, so wird sich desselben Tages kein Schnee einballen.