Lauff, Heisset bey den Jägern ein lichter Platz, welcher mit hohen Tüchern eingestellet, und auf welchen der hohen Herrschafft das Wildpret vorgejaget wird, damit solches im Vorbeylauffen geschossen, gehetzet oder gefangen werden könne. Der Lauff gehet von dem Ende des Jagens bey dem Qver- oder Lauff-Tuche an, und wird zu beyden Seiten mit Tüchern eingestellet, am Ende desselben aber mit einem Bogen oder Rundung, welche man die kleine Jagens-Rundung nennet, wie ein halber Mond geschlossen. Die Länge des Lauff-Platzes wird nach der Gelegenheit des Ortes, und Grösse des Jagens, drey hundert weniger oder mehr Schritte, und vor dem Jagen am Lauff, oder Qver-Tuche hundert und zwantzig weniger oder mehr Schritte breit gemachet. Mitten auf den Lauff, oder, wenn dieser zu lang, etwas näher nach dem Jagen zu, pflegt man den Schirm, wohin die Herrschafft kömmt, wie ein Lust-Haus auf Seulen erhaben, zu stellen, und von grüner gewichster Leinewand ein zierliches Dach darüber zu ziehen. Die Tücher, womit der Lauff umstellet, sollen fein glatt, gerade und reinlich angezogen seyn. Zum Lauff soll man, wenn es anders die Früchte, oder auch die Situation zulassen, denjenigen Ort erwehlen, wohin das Wild, das man stellen und fangen will, seinen Wechsel und Ausgang zum Geäse gehabt; denn dahin ist ihm die Gegend bekannt, und begehret auch viel eher dahin zu lauffen, wenn es forçret wird. Es ist auch gut, wenn der Ort dergestalt gelegen, daß man den Lauff gegen das Holtz wieder bringen, und die Qvere unten vom Lauffe blenden kan, weil solchenfalls die Hirsche, wenn sie wieder Gehöltze gegen sich mercken, solches gleich suchen, und ehe als sonsten vorlauffen. Sonderlich muß der Wind vom Lauff nicht ins Jagen gehen, weil sonsten kein Thier aus demselben heraus und auf den Lauff will. Vor das Lauff- oder Qver-Tuch werden die Blend-Sträucher Manns hoch gestecket, daß das Wild nicht allen Tumult und Personen auf dem Lauff sehen kan, und hierdurch, auf den Lauff zu kommen, abgeschrecket werde. Zur Sau-Hatzzeit müssen die Tücher, inwendig, zu deren Beschützung mit grossen Netzen angespannet, auf die Furckeln geleget werden, und, weil die Herrschafft nach den vorbey lauffenden Wild zu beyden Seiten aus dem Schirm nach dem Krumm-Ruthen zu schiessen pfleget, sollen zur Warnung einige Sträucher auf die Ober-Leinen gehencket, oder lange Reiß-Stangen dabey gestecket seyn, zum Zeichen, daß es daselbst nicht sicher sey. Endlich werden noch in dem Lauff, ober- und unterhalb des Schirms, nach der Qvere die gewöhnlichen Uibersprünge, das ist, niedrig Geländer mit grünen Reisern sauber gebunden aufgerichtet, damit das Wild daselbst im Vorbeylauffen springen müsse.