FeedOrtenburg
BaukunstRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Ortenburg, Städtlein, mit einem Gräflichen Residenz-Schlosse, 2 Meilon von Passau, hat eine schöne Kunst-Cammer und einen grossen mit Mauren umgebenen Thier-Garten. Es ist das Stamm-Haus der Grafen von Ortenburg, deren Grafschafft im Bayerischen Kreise liegt, und denen auch die Herrschafften Neideck und Seldenau gehören. Sie sind unmittelbare Reichs-Stände, und haben unter den Wetterauischen Grafen Sitz und Stimme. Sie haben einen recht Fürstlichen Hof, und schreiben sich des ältern Geschlechtes, zum Unterscheid der Kärnthischen Linie, welche von 1140 bis 1269 das Hertzogthum Kärnthen besessen, solches aber an König Ottocar von Böhmen verkaufft. Diese Grafen führen ein silbern Band mit Zinnen im rothen Felde wegen der Grafschafft Ortenburg in Bayern; einen rothen länglichten Triangel im silbernen Felde, mit 3 roth und silbernen Flügeln, wegen der Grafschafft Ortenburg in Kärnthen. Auf diesem Schilde erscheinen 3 gecrönte offene Helme. Der eine trägt ein paar schwartze zusammen gefügte Flügel mit güldenen Blättern bestreuet; der 2te einen Pfau; und der 3te einen güldenen Stern zwischen einem silbernen und einem rothen Flügel.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1670–1671Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6