Waldeck, Das uralte Haus der Grafen und Fürsten von Waldeck, deren Stamm-Schloß Waldeck an der Eder auf einem hohen Felsen liegt, führet sein Stamm-Register bis auf die Zeiten Kaysers Caroli M. von Witekindo I, Grafen zu Schwalenberg her, der sich auch einen Grafen von Waldeck geschrieben. Es haben aus ihnen sehr viele verschiedenen Hof-Stiftern in Deutschland als Bischöfe vorgestanden, auch zehlen sie viele tapfere Helden und Kriegs-Obersten unter ihren berühmten Vorfahren. Schon im Jahr 1682 ward der Kayserliche und Reichs-General, Graf Georgius Fridericus, vom Kayser Leopoldo in den Reichs-Fürsten-Stand erhoben, er ging aber 1692 ohne männliche Erben mit Tode ab. Nachher hatte Kayser Carolus VI 1711 dem Grafen Friedrich Anton Ulrich die Reichs-Fürstliche Würde ertheilet, welcher sich aber solcher erst 1717 zu gebrauchen angefangen. Jm Wappen führen die Fürsten und Grafen einen achteckigten im güldenen Mittel-Schilde schwartzen Stern, als ihr Stamm-Wappen; und ein rothes Ancker-Creutz in Silber, wegen Pyrmont. Nebst diesen aber 3 rothe Schilde in Silber, wegen Rappoltstein; 3 schwartze Gold-gecrönte Raben- oder Adlers-Köpffe in Silber, wegen Hoheneck; und einen rothgecrönten Löwen im silbernen Felde, so mit blauen Ziegeln oder Schindeln bestreuet, wegen der Herrschaft Geroldseck. Auf diesem Schilde stehen 5 offene Helme. Der Hoheneckische ist gekrönt, und hat 2 schwartze Flügel mit 3 silbernen Pilgrims-Stäben; der Pyrmontische ist gekrönt, und trägt einen hohen güldenen und gekrönten Hut, oben mit Pfauen-Federn besteckt, und mit einem rothen Arm des Ancker-Creutzes durchgezogen; der Waldeckische ist gekrönt, und hat 2 güldene Flügel mit schwartzen Sternen; der Rappoltsteinische hat einen halben Mann ohne Arm in silberner Kleidung, darauf 3 rothe Schildlein; der Geröldseckische ist mit einer rothen und weiß ausgeschlagenen Mütze bedeckt, und mit einem Pfauen-Schwantz gezieret.