Magen-Wurm, Jst ein rother Wurm, dergleichen bisweilen den Pferden im Magen wachsen, und in demselben sowol als in den Gedärmern sich hart anhängen, und einbeissen, auch gleich den Egeln im Wasser, das Blut in sich saugen, bis sie dessen satt und genug haben, oder durch Artzney-Mittel getödtet, und mit dem Koth ausgeführet werden; die noch leben, bleiben gemeiniglich in dem Hintern des Pferdes hängen, und sehen röthlicht oder braun, nachdem sie in den Därmern im Durchgange Nahrung finden, haben wie die grossen Holtz-Würme harte schwartze Mäuler, und sehen aus, als wenn sie hörnern wären. Etliche nennen sie ihrer Gestalt und Eigenschafft nach, Engerlinge, dieweil sie den Engerlingen, welche zur Winterszeit den Hirschen in der Haut stecken, oder im Frühling in grosser Menge über dem Schlund im Kopf gefunden werden, ziemlich gleichartig sind. Ein Pferd, so mit diesen Magen-Würmern geplagt ist, wird gemeiniglich mager, schlägt mit den hintern Füssen an den Bauch, als wenn es die Fliegen bissen, reibet und wältzet sich, krümmet sich und siehet in die Seite, da es den Schmertzen empfindet. Weil auch einem solchen Roß die Zunge hart und runtzlicht wird, so reibe man ihme solche wohl mit Essig und Saltz; wollen die Runtzeln nicht vergehen, noch die Zunge weich werden, so hats die Würme; vergehen aber die Runtzeln, und die Zunge wird weich, so hat sichs verfangen, wornach man sich alsobald richten kan. Diese Würmer nun auszutreiben, siedet man einen guten Theil Roggen-Korn und Saltz oder gestossenen Schwefel in Wasser, und giebets ihm zu trincken. Oder: Man nehme guten Eßig, gestossenen Knoblauch und Menschen-Koth, rühre es wohl unter einander und giesse es dem Pferde ein. Andere nehmen ein Gläslein voll Schuster-Schwärtze, und so viel viel sauren Eßig, gestossenen oder gepülverten Knoblauch, Wermut und Sadebaum, so groß als eine Haselnuß, mischen alles durch einander, und schlagen ihm die Spor-Ader am Bauch, fangen das Blut auf, thun es unter die obgemeldten Stücke, binden das Pferd auf, und giessen es ihme mit einander ein, lassen es warm zudecken, und bey 2 oder 3 Stunden umher führen, nach diesem bringen sie es in den Stall, geben ihm eine Hand voll gut Heu, und ein wenig Futter. Oder: Sie nehmen Teuffels-Dreck einer Haselnuß groß, Ofen-Rus, Saltz, klein gestossene Kreide, iedes so viel als ein Hüner-Ey, und so viel Weiß-Wurtzel klein geschnitten und gestossen, thun es zusammen in ein Nössel oder halbes Maaß guten Wein-Eßig, lassen dem Pferde auf den Abend kein Futter geben, und giessen ihm des Morgens diesen Tranck ein, doch geben sie ihme denselben Tag nicht mehr zu trincken. Man nimmet auch alten rothen Wein eine Kanne, gepülvert Hirsch-Horn zwey Loth, des besten Theriacks und Wurm-Saamen, iedes ein Loth, ein Qvintlein Nieß-Wurtz, und zwantzig Stücke Lorbeern, thut diese Stücken zusammen in den Wein, lässet es einmal aufkochen, und giesset es sodenn dem Pferde im warmen Bier ein, so treibet es die Würme von dem Roß, daß keiner mehr bey ihm bleibet. Diesen Würmern kan man bey Zeiten vorkommen, wenn man die Pferde fleißig wartet, mit gutem Haber, Heu und Stroh füttert, und mit reinem frischen Wasser träncket; ingleichen, wenn man ihnen alle Monat einmal Saltz mit gepülvertem langen Pfeffer und Entian vermenget, zu essen giebet; denn dieses lässet die Würmer nicht wachsen, und wenn sie schon gewachsen sind, so vertreibet es sie doch bald wieder.