Osnabrück, Bischoffthum im Westphälischen Kreise zwischen dem Bischoffthum Münster, dem Fürstenthum Minden, und der Grafschafft Ravensberg. Es wird allemal vermöge des Münster- und Osnabrückischen Friedens-Schlusses, wechsels-weise ein Lutherischer und ein Catholischer Bischoff erwehlet, unter welchen jener iedesmal aus dem Hause Braunschweig und Lüneburg ist, und wenn ein Lutherischer Bischoff regieret, stehen die Catholischen Unterthanen in Kirchen-Sachen unter dem Churfürsten von Cölln als Metropolitano; hingegen sind auch die Lutherischen Einwohner, wenn ein Catholischer Bischoff an der Regierung, demselben in Religions- und geistlichen Dingen nicht unterworffen. Der ietzige Bischoff daselbst ist seit 1728 den 4 Nov. der Churfürst zu Cölln Clemens Augustus. Die Haupt-Stadt Osnabrück ist ist eine Hansee-Stadt, und liegt am Fluß Hase, 8 Meilen von Münster; am Ende der Stadt liegt eine feste Citadelle, die Petersburg genannt, und der erste Lutherische Bischoff Ernestus Augustus bauete auf seine eigene Kosten ein Schloß zur Residenz innerhalb der Stadt. Die jährlichen Einkünffte des Bischoffs belauffen sich ohne die Tafel-Gelder auf mehr denn 130000 Thaler. Jn dieser Stadt wurden 1644 die Tractaten zu dem berühmten Westphälischen Frieden angefangen, daher selbiger öffters der Osnabrückische Friedens-Schluß genennet wird. Das Wappen dieses Stiffts ist ein rothes Rad im silbernen Felde.