FeedOtis, Tarda, Outarde, Trappe
TierreichRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Otis, Tarda, Outarde, Trappe, Jst ein Wild-Vogel, viel grösser als ein Hahn, und siehet wie eine Gans. Sein Kopff ist länglicht und Aschen-grau, der Schnabel gar starck, die Zunge zugespitzt, und auf den Seiten als wie eine Säge ausgezackt, hart als wie Bein, die Augen sind gar breit. Die Ohrenlöcher sind so groß und so weit offen, daß man leicht den kleinen Finger darein bringen kan. Sein Hals ist lang und dünn, von Farbe Aschengrau, der Rücken voller schwärtzlichter Flecken. Der Schwantz ist röthlicht, und hat einige schwartze Flecken. Die Schenckel sind eines Fusses lang, des Daumens dicke und mit Schuppen besetzet. Dieser Jagd-Vogel findet sich in Engelland, in Bretagne, und an noch vielen andern Orten mehr, lebet von Früchten, vom Grase und von Rüben; wiegt unterweilen mehr als 13 Pfund. Er kan wegen Schwere seines Leibes nicht wohl fliegen; daher er von Jägern leicht erhaschet wird. Er ist sehr gut zu essen, und führet viel flüchtiges Saltz. Sein Fett zertheilet, und lindert die Schmertzen. Sein Koth ist vor die räudigen Pferde gut.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1674–1675Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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