FeedPantzer
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Pantzer, Heisset man bey der Jägerey die zum theil mit Fisch-Bein abgenähete, zum theil aber mit Haaren oder Baumwolle ausgestopffte Jacken, welche man den grossen schwerfälligen Englischen Hunden, wenn sie an die hauende Schweine gehetzet werden, anzulegen pflegt, damit sie nicht so leichte zu Schaden kommen mögen. Diese Jacken werden auswendig von schwartzen oder braunen Barchent gemacht, und mit fester Leinewand unten ausgefüttert, auch mit Haaren oder Baumwolle wohl ausgestopffet, und gantz durchnehet. Unter dem Bauch und an der Brust aber werden solche nicht ausgestopffet, sondern, weil es da am gefährlichsten, mit Fisch-Bein ausgeleget, und mit eitel Nestel-Löchern hart an einander mit vieler Arbeit ausgenehet, daß eine solche Jacke so feste als ein Pantzer wird; und weil sie auch Pantzers Dienste thun, ist ihnen dahero sonder Zweiffel der Nahme Pantzer beygeleget worden. Man muß bey den Seiten-Flügeln, wegen der hintern Läuffte das rechte Maaß nehmen, und dieselben um die Vorder-Schenckel mit Ermeln versehen, oben auf dem Rücken aber Schnür-Löcher machen, damit man sie daselbst mit Riemen zusammen schnüren könne.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1694–1695Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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