Platt-Baum, Jn dicken Vor-Höltzern wird ein Baum ausgeschneitelt, auch umher etwas Lufft gemacht, folgends mit Leim-Spindeln besteckt, und unten eine Hütte, nur mit dünnem Tennen-Gras belegt, angerichtet. Jn dieselbe setzet sich der Weidemann, und locket mit einem Wichtel-Pfeifflein, so eine Stimme wie das Geschrey eines Käutzleins giebt, die Vögel herbey, die sich auf den Baum setzen, und von demselben in die Hütte herab fallen. Dieses heißt ein Platt-Baum. Ein mehrers s. Feld-Baum.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1791–1792Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0