Regenspurg, Jst eine alte und berühmte Reichs-Stadt, an der Donau gelegen, und mit einer doppelten Mauer, tieffen Gräben, und einigen Schantzen von aussen wohl verwahret. Sie hat eine grosse und starcke steinerne Brücke über die Donau, welche die stärckste in Deutschland seyn soll, hat 13 Schwibbogen, ist 33 Schuh breit und 470 Schritte lang. Uiber dieser Brücken liegt das Städtlein Hof genannt. Der innere Rath bestehet in 16 Personen, hat ein Stadtgericht und 3 Obristen, deren der erste der Stadt-Schultheiß, und der andere der Hans-Graf genennet, neben 12 Beysitzern. Seit 1662 ist ein stets währender Reichs-Tag allhier gehalten worden. Vor diesem ist sie die Haupt-Stadt in Bayern, und hernach die Residentz der Fränckischen Kayser gewesen, endlich aber An. 1180 von Kayser Friderico I zur freyen Reichs-Stadt gemacht und von Bayern abgerissen worden. Allhier sind vier Turniere gehalten worden: 1) Der 15 Turnier von der Ritterschafft in Bayern An. 1284 in der Woche nach Michaelis, wobey vier Fürsten, 4 Grafen, 7 Freyherren, 32 Ritter und 141 Edle. 2) Der 22 Turnier von der Ritterschafft in Bayern An. 1396 in der Woche nach Bartholomäi, wobey 4 Fürsten, als Pfaltzgraf Johannes am Rhein, und Hertzog in Bayern, Pfaltzgraf Ludwig am Rhein, Landgraf Albrecht zu Leuchtenberg, und Pfaltzgraf Ernst am Rhein und Hertzog zu Bayern, 2 Grafen, 3 Freyherren, 25 Ritter, 150 Edle. 3) Der fünf und zwantzigste Turnier von der Ritterschafft in Bayern ist zu gedachtem Regenspurg An. 1412 am Montage nach Lucä gehalten, wobey drey Fürsten, nemlich Stephan, Heinrich und Wilhelm, alle drey Pfaltzgrafen am Rhein und Hertzoge in Bayern, 4 Freyherren, 8 Ritter und 144 Edle. 4) Der 35 Turnier geschahe An. 1487, nach Lichtmesse, worunter zwey Fürsten, 6 Grafen, 5 Freyherren, 32 Ritter, und 104 Edle, wobey der Weiber wegen, Georg von Taufkirchen zu Guttenberg, und Caspar Thorer geschlagen worden. Von dieser Stadt führet den Namen das Bißthum Regenspurg, dessen Bischoff ein Reichs-Fürst ist, und unmittelbar unter dem Pabste stehet. Des Bischoffs Wappen ist ein silbernes Band im rothen Felde. Der Stadt Wappen hingegen zween silberne Schlüssel, die in Form eines Andreas-Creutzes gelegt, und an den Ringen mit einem güldenen Bande zusammen gebunden sind, im rothen Felde. Ausser dem sind noch drey Reichs-Stände in Regenspurg, nemlich der Abt des Kayserl. exemten Reichs-Stiffts S. Emeran, Benedictiner Ordens, und die beyden Aebtißinnen der freyen adelichen Reichs-Stifter Ober- und Nieder-Münster, welche die Reichs-Fürstliche Würde besitzen.