Sonata, Ein für Jnstrumente gesetztes gravitätisches und künstliches Stück, so im abgewechselten Adagio und Allegro bestehet. Dieser Jnstrumental-Melodie, welche mit verschiedenen Violinen, und auch auf besondere Jnstrumente allein, z. E. auf der Qver-Flöte, angetroffen wird, Absicht ist hauptsächlich auf eine allgemeine Willfährigkeit und Gefälligkeit gerichtet, das ist, in den Sonaten muß eine gewisse Complaisance herrschen, damit einem ieden Zuhörer gedienet ist, und die sich zu allen beqvemet. Ein Trauriger muß was klägliches und mitleidendes, ein Wollüstiger was niedliches, ein Zorniger was heftiges etc. in verschiedenen Abwechselungen antreffen. Seit einigen Jahren hat man angefangen, Sonaten fürs Clavier mit gutem Beyfall zu setzen, sie haben aber noch nicht die rechte Gestalt, und zielen mehr auf die Bewegung der Finger als der Hertzen: Wiewol die Verwunderung über die ungewöhnliche Fertigkeit hier auch eine Art der Gemüths-Bewegungen, nemlich den Neid, gebehren kan. Die Frantzosen werden auch in diesem Stücke zu lauter Jtalienern. Es läuft aber meist auf ein Flickwerck, auf lauter Pieces de rapport hinaus, und ist nicht natürlich.