Tenuta, Tenuë, Heißt, wenn auf einem Tone lang auszuhalten ist. Die Jtaliener schlagen ihre gemeinen Triller sehr geschwind, starck und kurtz fast wie Trilletten; bey den Tenuten aber müssen sie ein wenig bedächtlicher und nicht so schnell zu Wercke gehen, um den Athen zu sparen, der im hurtigen Trilliren auch desto hurtiger entgehet. Bisweilen werden auf solchen Tenuten auch wol langsame Triller mit geschwinden untermengt und abgewechselt; worzu aber eine mehr als gemeine Geschicklichkeit und biegsame oder geschmeidige Beschaffenheit der Werckzeuge im Halse gehöret. Die Tenuta wird gar füglich mit einer Ribattuta angefangen, welche, nachdem sie allmählich etwas geschwinder schläget, sich endlich in ein förmliches langes Trillo endiget.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2201Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0