FeedTrautmannsdorf
GeschichteRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Trautmannsdorf, Das Reichsgräfliche Geschlecht hat sich schon in ältern Zeiten ziemlich ausgebreitet. Denn in der Schlacht Kaysers Rudolphi I mit Ottocaro Könige in Böhmen 1278 sind 14 Herren von Trautmannsdorf, und in der Schlacht bey Müldorf 1322 deren 16 geblieben. Kayser Ferdinandus III ertheilte ihnen den Reichs-Grafen-Stand, und werden sie zur Schwäbischen Banck gezehlet. Sie bestehen aus der Davids- und Ehrenreichs-Linie, welche erstere sich wieder in die Johann-Friedrichs- u. Johann-Hartmanns-Neben-Linie absondert. Diese Grafen führen ein 6 mal von Silber und roth gestreifftes Feld, als das Geschlechts-Wappen der Castelaltischen Familie aus Tyrol, wormit sich diese Grafen verheyrathet; drey rothe Hüte über einander, als das Geschlechts-Wappen der Holtzler in Oesterreich, mit denen sich diese Grafen gleichfalls verheyrathet; ein getheiltes Feld unten Gold, oben aber von roth und Silber gespalten, als das Kirchbergische Stamm-Wappen; und in dem roth und silbernen Mittel-Schilde eine halb roth und halb weisse Rose, als das Trautmannsdorffische Stamm-Wappen. Auf diesem Schilde ruhen drey offene gekrönte Helme. Der Castelaltische hat roth und silber gewürffelte Büffels-Hörner, dazwischen ein Mann ohne Arme; der Trautmannsdorffische hat einen roth und Silber gespaltenen Busch, mit Hahnen-Federn und einer Rose bestecket; der Kirchbergische zeiget einen halben silbernen Mann mit langen spitzigen Ohren, zwischen zwey Büffels-Hörnern.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2231–2232Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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